Rock a Field MMXI




FREITAG; DA SAH DIE WELT NOCH GUT AUS

Werde ich langsam zu alt dafür? Meine Freunde sind in Beziehungen, haben/kriegen Kinder, interessieren sich nicht mehr für Musik, wie einst in ihrer Jugend. Was ist passiert? Und warum kribbelt es mich jedes Mal unter den Fingernägeln, wenn die Festivalsaison beginnt?
Als mich also eine Freundin vor zwei Monaten spontan fragte, ob ich nicht mit zum RaF fahren wolle, fackelte ich nicht lange und sagte zu.
BÄNDCHEN MIT PLASTIKVERSCHLÜSSEN. IGITT - PLASTIK!


Wir erreichten den Parkplatz gegen Freitagmittag, schwer bepackt zogen wir Richtung Shuttle-Bus los, was wir noch nicht ahnten, war, dass wir noch so einiges an Kilometern zurücklegen würden. Denn der Bus setzte uns gute zwei Kilometer vor dem Gelände aus und von da an ging es immer leicht Berg auf. Gerne wäre ich nur einmal gelaufen, denn ich hatte gut – will heißen, wenig- gepackt, aber meine Begleitung war nicht so effizient und als guter Kamerad geht man den Weg zusammen auch gern ein zweites Mal. 

Musiktechnisch ist das Festival durchwachsen, von Rock bis Hip Hop war für jeden hier und da etwas dabei. Besonders in Erinnerung werden mir wohl Alter Bridge und Alice in Chains bleiben, sowie Thees Uhlmann, da der Mann einfach eine Nummer für sich ist und Marteria, der die geilste Oben-Ohne-Party feierte, die das Feld gesehen hatte. 


ALICE IN CHAINS

Den schwächsten Auftritt hatten für mich 30 Seconds to Mars. Ich hatte es schon vorher befürchtet, da ich mir Youtube-Videos von den Auftritten angeschaut hatte und mir schon dort die sehr jungen, bis zum Umfallen kreischenden Mädchen auf die Nerven gegangen sind, zudem hörte sich der Sound auch nie gut an. Live war das Ganze dann nochmal eine Nummer härter, Mr. Leto hatte die Massen im Griff, sein Wort war der Kosumenten-Armee ihr Befehl, nur leider war das auch so ziemlich das einzige was ich akustisch verstehen konnte, denn sein Gesangsstimmchen konnte nicht mit der Musik, die teilweise vom Band – ja, vom Band!!!- kam, mithalten. Es gab noch nicht einmal eine Entschuldigung oder Erklärung, wo denn der Drummer sei. Irgendwann standen dann ein Jesus-Wannabe, ein Spiderman, eine Schildkröte und ein Löwe auf der Bühne und was sich jetzt wie der Anfang eines Witzes anhört, ist keiner. Die Performance wurde immer wieder unterbrochen, um ein paar Leute auf die Bühne zu holen, um im Grunde nichts zu machen. Wen interessiert das?! Es geht nicht mehr um Musik, 30 STM ist keine Band mehr, sondern eine One-man-Hollywood-Show. Und über die Adventures in Wonderland – Tickets will ich jetzt gar nicht erst anfangen zu lästern. Am Anfang ihrer Karriere mochte ich die Band sehr, mittlerweile sind sie nur noch überschätzt und haben mit Musik nicht mehr viel zu tun. RANT OVER.

ZUERST WOLLTE ICH DIE GUMMISTIEFEL ZU HAUSE LASSEN O.o


Leider hatten wir nicht das beste Wetter, was dafür sorgte, dass ich nach Alice in Chains komplett im Eimer war. Trotz Regenjacke und Gummistiefeln hat es so stark geregnet, dass es meine einzige Schwachstelle erwischte, die Hose. Als Entschädigung fing ich aber ein Plektrum des Leadgitarristen auf und das hat all die Nässe und Nierenschmerzen (woher die auch immer jetzt kamen) wieder Wett gemacht. Zumal ich einige Picks fliegen sah, aber nie im Leben nicht daran dachte, dass ich einen erwischen würde. Jetzt prangt er voller Freude im schicken Bilderrahmen an meiner Wand. 

GETRÄNKE- UND ESSENS- VOUCHER


Die Organisation des Festivals war durchdacht, es gab warme Duschmöglichkeiten (3,- Euro), die Toiletten wurden regelmäßig gesäubert und waren zu 90% in bester Ordnung. Sowas habe ich selten erlebt und finde es durchaus lobenswert, denn Hygiene ist leider geil. Nur das Markensystem hat mich genervt, denn auf dem Festivalgelände selber konnte man nur mit den Wertmarken (1 Voucher = 3,50 Euro) bezahlen, was den Vorteil besaß, dass man zwar schnell sein Essen und Getränke bekam, aber man konnte diese Rotzmarken, einmal gekauft, nicht zurückgeben. Zudem finde ich es auch etwas teuer für einen nicht wirklich guten Burger 7,- und für eine kleine Sinalco im Becher 3,50 Euro zu verlangen. Aber was will man machen, das Hoheitsrecht besitzen die Veranstalter.

ALTER BRIDGE


Es war ein recht kleines Festival, was durchaus angenehm ist, aber ich denke nicht, dass ich es unbedingt wieder besuchen müsste. Das A und O bleibt die Musik und da würde ich doch lieber mehr Rock und Metall hören als zum Beispiel einen Wiz Khalifa. Ich bin anderen Musikrichtungen durchaus aufgeschlossen, aber der Typ war einfach schwach. Der Bass hat sich nicht gut angehört und seine Stimme…WTF!...auf CD hört sich das aber anders an! OK, ich schweife schon wieder ab. Und im Endeffekt war für jeden Geschmack etwas dabei, was von Vorteil ist, wenn man mit einer Gruppe unterwegs ist, wo jeder einen anderen Musikstil präferiert. 


PS: Gerne hätte ich bessere Fotos geknipst, aber ich wusste nicht, dass alte Kameras keine neuen Speicherkarten lesen können. Ärgerlich, aber das passiert mir kein zweites Mal ;)



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Want to make my day? Leave a comment, it's free :) Have a nice day!

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...